Ode an die Mobilität

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Ein Verkehrssystem mit Gold-Standard? Hinsichtlich öffentlicher Verkehrserschliessung gilt die Schweiz heute jedenfalls als Musterbeispiel und insbesondere als Bahnland par excellence. Vergleichsweise spät von der ab 1804 grassierenden Eisenbahneuphorie erfasst, hat sich das Land seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer regelrechten Bahnnation gewandelt. Grund genug, um diese «bahntastische» Errungenschaft zu würdigen und an den wohl wichtigsten Weichensteller zu erinnern.

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Flächendeckender Taktfahrplan bis in die Peripherie, das dichteste Schienennetz der Welt, die höchste Anzahl jährlicher Bahnfahrten pro Einwohner, der weltweit längste Eisenbahntunnel oder die höchstgelegene Bahnstation in Europa. So und so ähnlich lauten die Superlative mit Bezug zur helvetischen öV-Mobilität. Zuglinien wurden im hindernisreichen Alpenland ab dem 19. Jahrhundert zur verbindenden Lebensader. Nach wie vor ist eine verlässliche Bahninfrastruktur derweil gewichtiger Standortvorteil.

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Bahnland Schweiz

Die gute Erschliessung der Zentren und die kurzen Distanzen zu unzähligen Naherholungsgebieten tragen regelmässig mit dazu bei, dass die Schweiz zu den kompetitivsten und attraktivsten Wirtschaftsstandorten gezählt werden darf. Die durchdachten Streckenführungen, die Vielzahl an Viadukten und Alpendurchstichen – sie zählen gleichzeitig auch zu den spektakulärsten Attraktionen im Land. Zu den am meisten frequentierten Knotenpunkten im Schweizer Schienennetz zählt Basel. Jeden Tag erreichen rund 1’000 Züge den Bahnhof Basel SBB (vor 1902: Centralbahnhof der Schweizerischen Centralbahn). Beinahe ebenso viele Zugkompositionen verlassen ihn wieder. Im Schnitt fährt somit fast alle 90 Sekunden ein Personenzug am Grenzbahnhof ein oder aus. Nicht mitgezählt sind Gütertransporte sowie der Bahnverkehr des unterirdischen Postbahnhofs.

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Centralbahn-Platz, Basel SBB (Fotos: maissenPUBLIC.)

Ein Eisenbahnpionier namens Alfred Escher

Zwischen Tramgleisen eingebettet erinnert am Zürcher Hauptbahnhof ein Brunnen an die wohl einflussreichste Figur der Schweizer Eisenbahngeschichte. Notabene an einen umtriebigen Herrn, der auch sonst so zahlreiche Weichen für eine moderne Schweiz gestellt hat. Alfred Escher (1819–1882) war einerseits ein taktgebender Politiker des 19. Jahrhunderts (u. a. viermal Nationalratspräsident). Durch seine Gründungs- und Führungstätigkeit bei der Schweizerischen Nordostbahn, dem Eidgenössischen Polytechnikum (heutige ETH), der Schweizerischen Kreditanstalt (heutige Credit Suisse), der Schweizerischen Lebensversicherungs- und Rentenanstalt sowie der Gotthardbahn-Gesellschaft war er andererseits der wohl prägendste Wirtschaftsführer den das Land je hatte. Von der Moderne und hastenden Passanten heute eher wenig beachtet, steht das Alfred-Escher-Denkmal am Hauptbahnhof vor einem weiteren grossen Vermächtnis des visionären Eisenbahnbarons.

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Auch schon achtlos an diesem Denkmal vorbeigeeilt? (Fotos: maissenPUBLIC.)

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